Naturwerkstatt Gerswalde

„Naturstärken stärken- Strukturschwächen schwächen!“
Inmitten der Uckermark, am Rande des Biosphärenreservates Schorfheide/Chorin liegt die Schlossgärtnerei Gerswalde.

Sie ist über 100 Jahre alt und hat bewegte Zeiten durchlebt. Einst von der Familie von Arnim im Stil der Terrassenanlage von Schloss Sanssouci erbaut und weit über die Grenzen der Uckermark bekannt, diente sie in den dreißiger Jahren den Anthroposophen als Lehrgärtnerei, wurde in der DDR Ausbildungsstätte des Jugendwerkhofes „Neues Leben““. Der Südhang mit seinen Terrassen, Feldsteinmauern und Frühbeetkästen, die Glashäuser und alle Bauten fielen nach der Wende in einen Dornröschenschlaf.

Im Jahre 2003 entdeckte die NAJU Brandenburg die verfallende Gärtnerei und verfiel ihr sofort. Seitdem arbeiten Kinder und Jugendliche ehrenamtlich an dem Projekt „Naturwerkstatt“. Die Sichtung der Fläche wurde erst durch die manuelle Entsorgung von Müll, Schrott und Gerümpel in beachtlichen Größenordnungen (bisher wurden ca. 30 Container entsorgt) möglich. Anschließend wurden zahlreiche Freiflächen umgestaltet und neu geordnet.

Eine Umweltbildungsstätte neuer Art wird entstehen - eine Werkstatt in der Natur, ohne teure Ausstattung und Technik. Hier finden schon jetzt viele Projekte Raum zur Umsetzung und Jugendliche lernen zukunftsfähige, nachhaltige Lebensmuster im Einklang mit der Natur kennen.
Viel Zeit der ehrenamtlichen HelferInnen und Finanzmittel aus Anträgen sind bereits in kleinere und größere Projekte geflossen. So entstanden ein Wasserspielplatz, ein Kräuter- Mist- und Moorbeet als Ergänzung zur alten Frühbeetkastenanlage oder ein Wasserrad zur Stromerzeugung. Die historischen Feldsteinmauern der Terrassenanlage konnten im Projekt „ Ein Platz für ausgeschlafene NaturträumerInnen“ saniert werden.

Bei den schon jetzt statt findenden Seminaren und Veranstaltungen lernen die TeilnehmerInnen, sich selbst um die Dinge des täglichen Lebens kümmern. Sie merken, wie viel Zeit es kostet, Mahlzeiten zuzubereiten und Wärme zu erzeugen. Sie bekommen Aufgaben übertragen, müssen Verantwortung übernehmen, teilen und Wege finden, Probleme zu lösen. Besonders beliebt ist das Zubereiten von Speisen mittels selbst geernteter oder gesammelter Pflanzen und Früchte vom Gelände. Was zuerst nur ein Nasenrümpfen oder „Iih“ hervorbringt, stellt sich beim Probieren dann doch als besonders wohlschmeckend heraus. Erstaunen kann man nicht nur mit Brennnesselspinat oder verschiedenen Salaten aus Wildkräutern wecken, auch die selbst gekochte Marmelade, der frisch gepresste Apfelsaft, die Tasse heißer Holunder, das selbst gebackene Brot und der frische Hefekuchen aus dem Lehmbackofen bleiben in guter Erinnerung.
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Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit der NAJU ist die Einbindung der Jugend vor Ort. Die Naturwerkstatt kann mithelfen, der Abwanderung junger Menschen aus dieser strukturschwachen Region etwas entgegen zusetzten.

Doch um die Naturwerkstatt auch für andere Zielgruppen als Umweltbildungsstätte nutzen zu können, fehlen uns die nötigen sanitären Einrichtungen, eine Küche und ein trockener Ort für Regenwetter. Dafür entwickelten wir das Konzept zum Ausbau der „Gartenhäuser“ zu „Kinderschlossküche" und "Kinderapotheke“, Schlosserei“ und „Regenraum“.

Was bei der Umgestaltung des Freigeländes und Gartens vorwiegend mit ehrenamtlichen Helfern, ohne große Kosten zu erreichen war, ist so beim Ausbau der Gebäude nicht möglich. Deshalb sind wir auf der Suche nach Sponsoren und Förderern, die uns beim Aufbau der Naturwerkstatt unterstützen.

Im Gegensatz aber zu vielen anderen Bildungsstätten, die mit viel Geld in einem Guss errichtet und dann als „fertige Anlage“ genutzt werden, soll die Schlossgärtnerei in ihrer Entwicklung die Nachhaltigkeit und Veränderlichkeit von Prozessen widerspiegeln. Im Sinne eines Baukastensystems wird es den Zielgruppen bewusst erlaubt, an der Schlossgärtnerei mitzubauen und evtl. eigene, zum Konzept passende Projekte in Partnerschaft umzusetzen.

Wir freuen uns auf neue ehrenamtliche Helfer, die Lust haben, sich im Projekt "Naturwerkstatt Gerswalde" einzubringen! Bei Interesse meldet Euch in der Landesgeschäftsstelle! Kontakt

 


Papier hat viele Seiten

Seminar für Multiplikatoren und Lehrer zum Thema Recyclingpapier

Am Beispiel des universellen Produktes Papier werden den Teilnehmern Möglichkeiten aufgezeigt, das Thema Ressourcenschutz fächerübergreifend in ihre Arbeit zu integrieren.

Das Seminar wird durch das stattliche Schulamt Brandenburg als Ergänzungsangebot der Lehrerkräftefortbildung anerkannt und von der Naturschutzjugend Brandenburg organisiert.

Anmeldung bis zum 7. September bei uns möglich!